Der Aufbau einer Papiergeldsammlung


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Sammler von Papiergeld sollten sich möglichst früh für ein spezielles Sammelgebiet entscheiden, da dies die Vorraussetzung für den Aufbau einer hochwertigen Sammlung ist. Das Interesse an Banknoten ist in vielen Fällen allgemeiner Natur und so wird zunächst alles an Geldscheinen gesammelt, was man bekommen kann. Die allgemeine Sammlung, die so entsteht, wird manche bereits zufrieden stellen. Viele Sammler wählen im Laufe der Zeit jedoch Spezialgebiete aus, die sie am meisten interessieren und versuchen dann verstärkt, Noten aus diesen Gebieten zu erwerben. Noten aus anderen Bereichen werden entweder wieder aus der Sammlung entfernt, oder ebenfalls weiter gesammelt.

Die Schaffung kompletter Sammlungen wird immer mehr eine Angelegenheit von Museen und Münzkabinetten. Der größte Teil der privaten Sammler wird sich aus zeitlichen, vor allem aber auch finanziellen Gründen mit dem Aufbau einer Spezialsammlung begnügen. Selbst bei dieser Beschränkung bleibt der Erwerb seltener Stücke meist ein unerfüllter Wunsch.

Die Seltenheit eines Sammelstücks wird den richtigen Sammler weit mehr in seinen Bann ziehen als dessen Schönheit. Die Anzahl der Sammler, die sich bei der Wahl ihres Sammelgebietes mehr vom ästhetischen Geschmack leiten lassen und so eine thematische Sammlung beginnen, ist allerdings immer mehr im Wachsen begriffen. Neben der Freude über die Schönheit der einzelnen Stücke stehen auch finanzielle Überlegungen sowie das Wissen um die Unmöglichkeit des Aufbaus von kompletten Sammlungen.

In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts haben viele Länder das Interesse für eine thematische Sammlung geweckt, indem sie ihre Notenausgaben an bestimmten Motiven orientierten. Der Reichtum an solchen Motiven ist schier unerschöpflich, so dass sich hier selbst für sehr spezielle Themen Möglichkeiten bieten.

Ein Problem beim Aufbau einer Sammlung ergibt sich auch bei der Beantwortung der Frage, ob verschiedene Varianten ein und desselben Geldscheins in eine Sammlung mit aufgenommen werden sollen. Manche Sammler sind zufrieden, wenn sie von jedem Geldscheintyp ein Exemplar besitzen. Andere sind interessiert an Wasserzeichen-Unterschieden, an verschiedenen Ausgabedaten, Kontrollnummern, Papierarten, Unterschriften, Herstellern sowie an Farbdifferenzen. Dabei ist es für einen Sammler wirklich nicht leicht zu entscheiden, was er in seine Sammlung aufnehmen soll und was nicht. Unterschiede, die in dem einen Sammelgebiet von wesentlicher Bedeutung sind, können woanders völlig unbedeutend sein.

So werden z. B. im Falle der deutschen Reichsbanknoten aus der Zeit zwischen 1883 und 1914 Datumsunterschiede von fast allen Sammlern beachtet, da die Anzahl der verschiedenen Ausgabejahre gering ist und beträchtliche Preisunterschiede bestehen. Andererseits wird kaum ein Sammler bei allen Geldscheinen auf Datumsvarianten achten, seit viele Noten ein fortlaufendes Druckdatum tragen. Sammler, die sich auf bestimmte Länder spezialisiert haben, werden Scheine mit unterschiedlichem Datum oftmals in ihre Sammlung aufnehmen, während bei einer allgemeinen Sammlung auf Datumsvarianten in der Regel kein Wert gelegt wird.


Deutschland: Reichsbanknote über 100 Mark vom 01.07.1898


Deutschland: Reichsbanknote über 100 Mark vom 08.07.1907

Die Banknoten der Vereinigten Staaten von Amerika tragen nur Jahreszahlen, denen manchmal ein Buchstabe folgt. Diese Jahreszahl ändert sich nur, wenn der Notentyp verändert, während sich die Buchstaben in der Reihenfolge des Alphabets ändern, wenn die Unterschriften wechseln.

Beispiel:

1 Dollar, Silver Certificate

 

1928 D

Unterschrift Julian und Woodin

Siegel links

 

1928 E

Unterschrift Julian und Morgenthau

Siegel links

 

1934

Unterschrift Julian und Morgenthau

Siegel rechts

So kann bei den amerikanischen Noten die Jahreszahl kaum als Ausgabedatum angesehen werden. Das exakte Ausgabejahr ist vielmehr in den angehängten Buchstaben verschlüsselt. Bei den neueren Ausgaben ändert sich die Jahreszahl mit dem Wechsel der Unterschriften, selbst wenn sich das Aussehen der Note nicht verändert.

Es gibt Länder, bei denen Unterschriftsvarianten so gut wie unbekannt sind, wie z. B. im Fall der deutschen Reichsbanknoten. In anderen Ländern wechseln die Unterschriften laufend, wenn neue Bankpräsidenten, Hauptkassierer, etc. ihr Amt antreten. Da Unterschiede bei den Unterschriften wichtig bei der Ermittlung des Ausgabedatums sind (wie z. B. die Noten der Bank von England, die kein Datum tragen), werden diese nicht nur von Spezialisten beachtet.

Seit Unterschiede bei den Kontrollnummern und Herstellern, sowie Farbdifferenzen nicht mehr so häufig vorkommen, werden diese im allgemeinen in den Sammlungen berücksichtigt. Buchstabenvarianten bei den Kontrollnummern werden nur von spezialisierten Sammlern beachtet, genauso wie verschiedene Papierarten.

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