Fälschungen
Die Geschichte des Papiergeldes ist von Anfang an eng verbunden mit dem Kampf gegen die Fälscher. Bereits die Chinesen erließen strenge Gesetze gegen die Fälschung ihres Papiergeldes: Fälscher wurden mit dem Tode bestraft. Derjenige, der einen Fälscher anzeigte, erhielt neben einer Belohnung das ganze Vermögen des Fälschers. Die wichtigsten Hilfsmittel im Kampf gegen Fälschungen waren und sind auch heute noch ausgeklügelte Techniken beim Druck und bei der Herstellung des Papiers. In diesem Zusammenhang sind der Wertpapierdruck und das Wasserzeichen zu nennen.
Das Erkennen von Fälschungen bei alten Noten erfordert viel Erfahrung von Seiten des Sammlers. Da Vergleichsstücke meist fehlen, befinden sich solche Scheine oft viele Jahre in Sammlungen, bevor sie als Fälschungen erkannt werden. Das Entdecken einer Fälschung hat für Papiergeldsammler jedoch nicht so gravierende Folgen wie für Sammler von Gemälden oder Antiquitäten. Der Wert einer gefälschten, seltenen Note liegt nämlich meist nur wenig unter dem Wert der echten Note. Bei gewöhnlichen Scheinen sind Fälschungen oft sogar mehr wert.
Man unterscheidet dabei zwischen Fälschung und Verfälschung. Eine Fälschung ist in allen Teilen falsch. Bei einer Verfälschung wurde eine Originalnote verändert. Das Aufbringen einer falschen Klebemarke oder eines faschen Stempels auf eine Note oder die Änderung des Nennwertes einer Note sind Beispiele für Verfälschungen.
Viele Fälscher scheitern an der Vielzahl von Sicherheitsmerkmalen, die Geldscheine aufweisen. Allerdings haben die modernen Techniken der letzten Jahre, wie etwa Farbkopierer und Farbdrucker den Fälschern neue Hilfsmittel an die Hand gegeben. Ein Problem für Fälscher ist jedoch nach wie vor die Beschaffung des richtigen Papiers.
Wenn aber Fälschungen auf Veranlassung von Regierungsstellen hergestellt wurden, bestand die Möglichkeit, dass sogenannte „perfekte Fälschungen“ entstanden. Beispiele hierfür findet man im 19. Jahrhundert und im zweiten Weltkrieg.
Nach Napoleons Einzug in Wien ordnete er an, dass die Druckplatten für österreichische Bancozettel nachgemacht werden sollten. Diese Noten wurden dann in Paris nachgedruckt und können heute von den echten Noten nur durch die Farbe des Papiers unterschieden werden. Trotz eines Verbots der Ausgabe dieser Noten, das nach seiner Heirat mit Prinzessin Marie Louise ausgesprochen wurde, gelangten solche Noten in den Umlauf. Auch russische Rubelnoten wurden auf Anweisung Napoleons gefälscht.
Über die größte Banknoten-Fälschungs-Aktion aller Zeiten, die unter dem Decknamen „Operation Bernhard“ ausgeführt wurde, haben Radio, Fernsehen und Zeitschriften immer wieder berichtet, vor allem nachdem man hinterher solche gefälschte Noten im Toplitzer See in Österreich entdeckte. Auf Anweisung des Deutschen Geheimdienstes wurden während des zweiten Weltkriegs englische Pfundnoten nachgemacht. Mit speziellen Maschinen wurde das exakte Papier mit Wasserzeichen hergestellt. Unter der Aufsicht von Experten produzierten schließlich Häftlinge in den Konzentrationslagern große Mengen dieser Noten, die dann über neutrale Staaten in Umlauf gebracht wurden (bekannt wurden vor allem Zahlungen an den Spion „Cicero“). Diese Pfundnoten sahen den echten Scheinen so ähnlich, dass sich später die Bank von England gezwungen sah, die betroffene Ausgabe einzuziehen.
Es gibt auch Geldscheine, die nachgemacht wurden, um sie an Sammler zu verkaufen. Nach den ersten deutschen Notgeldausgaben von 1914 begann die Zahl der Notgeldsammler in den folgenden Jahren stark zu steigen. Die große Nachfrage nach den ersten Ausgaben veranlasste einige örtlichen Behörden, Nachdrucke dieser teils einfach aufgemachten Scheine herzustellen. Im Gegensatz zu den Originalen sind diese Nachdrucke im allgemeinen um einiges billiger. Die zahlreichen Notgeld-Phantasieausgaben aus der Zeit zwischen 1920 und 1922, die nur für Sammler bestimmt waren, gehören auch zum Gebiet Fälschungen.
Besonders einfach ist das Fälschen von Stempeln auf Geldscheinen. Der Stempelaufdruck „Fezzan“ auf den 5-Francs-Noten der Banque de l’Afrique Occidentale ist ein Beispiel für solch eine Fälschung. Falsche Stempel können nur mit großen Schwierigkeiten von echten unterschieden werden.
Beispiel: 1 Gulden, Österreich, 7. Juli 1866
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echte Note |
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falsche Note |
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