Das Sammeln von Papiergeld


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"Man braucht kein Messer, um jemanden umzubringen ... es reicht bereits ein kleines beschriebenes oder bedrucktes Stück Papier."

Mit dieser Aussage wollten die Chinesen als Erfinder des Papiers die große Verantwortung ausdrücken, die der Umgang mit diesem Material mit sich brachte.

Es gibt kaum eine andere Verwendung des Papiers, die so deutlich zeigt, dass es in der Macht des Menschen liegt, ob dieses zu einem Segen oder zu einem Fluch wird. Einerseits wurde die Geldknappheit der vergangenen Jahrhunderte durch die Ausgabe von Papiergeld im Einklang mit der wirtschaftlichen Entwicklung überwunden und damit dem Handel und der Industrie ein enormer Aufschwung beschert. Andererseits war das gewaltige Anwachsen der Papiergeld- und Notgeldmenge in der Inflationszeit die Ursache für wirtschaftliche Katastrophen.

Die vielen Banknoten, die ihren Wert behielten, wurden nach ihrem Einzug meist vernichtet und verschwanden so aus der Erinnerung der Menschen. Das Papiergeld aus Inflationszeiten hingegen wurde wertlos und überlebte somit seine Zeit. Da es nicht mehr umtauschbar war, wurde es aufbewahrt und erinnerte stets an die Zeit der Abwertung des Geldes. Inflationsgeld ist deshalb auch für das schlechte Image schuld, das dem Papiergeld manchmal anhaftet. Andererseits sind Inflationszeiten die ergiebigsten Quellen für die Sammler von Papiergeld.

Häufig hat die unbegründete Hoffnung auf einen späteren Umtausch dazu geführt, dass alte Geldscheine aufbewahrt wurden. Im Laufe der Zeit wurde dann vielleicht versucht, Serien zu vervollständigen und auf diese Weise sind womöglich die ersten Sammlungen entstanden. Das geschah vielleicht bereits in der Zeit der Französischen Revolution, als zusätzlich zu den "Assignats" und "Mandats Territoriaux" viele regionale Ausgaben, die sogenannten "Billets de confiance", im Umlauf waren, die Ende 1796 sämtlich wertlos wurden. Auch in den Vereinigten Staaten ergab sich schon früh eine Gelegenheit zum Sammeln von Geldscheinen, als das Papiergeld der konföderierten Staaten als gesetzliches Zahlungsmittel ungültig wurde.

In den letzten Jahrzehnten kam eine immer größer werdende Zahl von Menschen aufgrund von Reisen in andere Länder mit ausländischem Papiergeld in Berührung. Die eine oder andere besonders nette Note wurde als Souvenir behalten und wurde nicht selten zum Grundstein für eine Papiergeld-Sammlung. Da Geldscheine wegen ihrer relativ großen Fläche im Vergleich zu Münzen oder Briefmarken viel Platz für schöne Motive bieten, stellen sie oft kleine Kunstwerke dar. Eine Vielzahl von Katalogen dienen als notwendige Nachschlagewerke für den Aufbau einer Sammlung und so ist es kein Wunder, dass die Zahl der Papiergeld-Sammler ständig im Wachsen begriffen ist.


Deutsch-Ostafrika: 50 Rupien der Deutsch-Ostafrikanischen Bank vom 15.06.1905

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